Süßholz

Vorkommen

Süßholz raspeln bezeichnet gemeinhin, etwas schönzureden. Aus der Süßholzwurzel gewinnen wir die ungemein beliebte Süßigkeit Lakritze. Seine wertvollen Inhaltsstoffe machen das Gewächs aber auch zu einer interessanten Heilpflanze.

Echtes Süßholz (Glycyrrhiza glabra) ist rund um das Mittelmeer bis nach Westasien hinein heimisch. Dabei entpuppt sich die Pflanzenart als echter Sonnenliebhaber. In der Sonne mag sie es am liebsten, aber gut geschützt vor Wind. Bis sich die ersten Süßholzwurzeln ernten lassen, vergehen allerdings etwa drei Jahre. Dann sind die Wurzeln kräftig genug für die Weiterverarbeitung. Das typische Anbauland von Echtem Süßholz erstreckt sich im Nahen Osten.

Inhaltsstoffe

Süßholzwurzeln liefern nicht nur den Extrakt, aus dem die Lakritze entsteht. Die Wurzeln sind auch jener Bestandteil, der die arzneilichen Wirkungen verantwortet. Die entscheidenden Inhaltstoffe der Süßholzwurzel stellen Triterpensaponine dar, vor allem in Form von Glycyrrhizin. Dieser Stoff ist 50-mal süßer als Zucker und für die außergewöhnliche Süße der Lakritze verantwortlich.

Außerdem sind die Wurzeln reich an Flavonoiden und Cumarinen. Insgesamt sollen bis zu 400 unterschiedliche Inhaltsstoffe in Süßholz vorkommen.

Wirkweise

Als Heilpflanze bietet Echtes Süßholz ein breites Wirkspektrum. So sollen die Inhaltsstoffe entzündungshemmende Effekte verursachen und die Bildung von Magensäure reduzieren. Deshalb wird Echtes Süßholz inzwischen zur Gastritis-Therapie verwendet. Auch eine antivirale und antiulzerogene Wirkweise wird vermutet. Die Süßholzwurzel soll außerdem in der Lage sein, in den Atemwegen gesammelten Schleim zu verflüssigen. Erkältungen mit Husten lassen sich auf diese Weise lindern.

Getrocknet und zerkleinert oder gerieben lässt sich aus der Süßholzwurzel und ihren Trieben ein Tee zubereiten. Ein kalter Aufguss ist ebenfalls möglich.

Schon in der Antike kannten und nutzten die Menschen die Pflanze als Heilmittel. Heute gehen viele Studien den Wirkmechanismen des Süßholzes genau auf den Grund. Das medizinisch wirksame Potenzial der Süßholzwurzel würdigte der Titel Arzneipflanze des Jahres, der ihr 2012 verliehen wurde.

Aussehen

Die mehrjährige, winterharte Staude kann bis zu zwei Meter hoch werden. Die Stängel treiben jedes Jahr neu aus. Die Blüten leuchten von hellem Violett bis zu Weiß. Die Süßholzwurzel entwickelt sich als lange Pfahlwurzel, die sich im Laufe der Zeit weit verzweigt und verholzt.

Wissenswertes

Wie bei vielen Pflanzen kommt es auch bei Süßholz auf die Dosis an. In zu hohen Mengen können die Inhaltsstoffe körpereigene Hormone beeinflussen. Bei Diabetes, Bluthochdruck, Nierenleiden sowie in der Schwangerschaft und Stillzeit wird generell vom Genuss abgeraten.